Verletzung nach Brandeinsatz !

Ein Feuerwehrkamerad der Freiwilligen Feuerwehr Schrems hat bei einem Einsatz am 18. Februar 2005 Verbrennungen erlitten...

Eigentlich wäre es ein Routineeinsatz gewesen. Der Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant der FF. Schrems hat dabei Verletzungen erlitten und liegt seither im LKH Gmünd in stationärer Behandlung. Ich kenne diesen Kameraden seit annähernd 30 Jahren. Lange bevor ich selbst der Feuerwehr Gmünd-Neustadt beigetreten bin, habe ich diesen Mann wegen seiner Leistungen im Feuerwehrwesen bewundert. Man kann sagen, er ist ein Vorbild, von dessen Erfahrungen und Wissen man viel profitieren kann. Und jetzt ist gerade dieser erfahrene Kamerad im Einsatz ver-letzt worden ! Bei einem jungen, unerfahrerenen Feuerwehrmann wäre man mit einer Be-gründung des Unfalls wahrscheinlich ziemlich ( vor- ) schnell bei der Hand. Ich habe den Verletzten - der Name wird natürlich nicht genannt - täglich besucht und es geht ihm einiger-maßen. Nichtsdestotrotz beschäftigt mich das Geschehene, zumal wir selbst im Februar 2001 in Gmünd einen ähnlichen Vorfall hatten. Seither wurde viel in die persönliche Schutzbekleidung der Feuerwehrleute investiert. Und das hat auch in diesem Fall entscheidend geholfen, die Textil-schutzjacke hat beispielsweise den Oberkörper vor Verbrennungen bewahrt. Ich habe natürlich in den letzten Tagen die wildesten Gerüchte über die Verletzung gehört, über zerstörte Einsatz-bekleidung, etc... Und natürlich jede Menge Besserwisser, die alles ganz anders gemacht hätten ! Ist das wirklich notwendig ?

Die Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr stellen sich ohne Bezahlung zur Verfügung, um im Ernstfall den Mitmenschen zu helfen - und das rund um die Uhr und bei jeder Witterung. Und jeder Einsatzleiter sollte alle Objekte in seinem Einsatzbereich kennen ? Jedes Haus zu kennen ist nahezu unmöglich und Brandschutzpläne liegen von Wohnhäusern erst ab einer bestimmten Größe auf. In das Brandobjekt selbst dringt man oft unter erschwerten Bedingungen vor - schlechte Sicht, Gefahren durch Brand, Gas, Explosion, Einsturz, etc, dazu kommt der Zeitdruck und oftmals die Frage an der Einsatzstelle: Wo bleibt ihr denn so lange ? Um die KameradInnen in solchen Situationen bestmöglich zu unterstützen, bedarf es moderner Einsatzgeräte und um die Einsatzkräfte zu schützen, ist der Ankauf modernster Schutzbekleidung notwendig. Aber diese ist sehr teuer - nur wer hier spart, spart am falschen Platz ! Und man muß nach solchen Unfällen nachdenken, ob nicht bei der Ausrüstung der eigenen Feuerwehr nicht noch eine Schwachstelle vorhanden ist. Das Einsatzprofil der Feuerwehren ändert sich laufend und die persönliche Schutzbekleidung ist diesem anzupassen. Die Sicherheit der Freiwilligen - und damit auch der Schutz deren Gesundheit - muß gewährleistet sein und bleiben !

BFA Dr. Michael Böhm, Kommandant